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o tempora o mores
Ach, was haben wir früher als Kinder Cowboy und Indianer gespielt. Kein Gedanke an echte Gewalt und keine Verherrlichung von Tötungen und Massenmorden. Wir haben einfach nur die beliebtesten Serien und Filme im Fernsehen nachgespielt. Lächelnd saßen Eltern und Großeltern dabei und mit glänzenden Augen schauten Jungs nach Spielzeugpistolen mit Knallplätzchenstreifen.
Dann kamen die ersten Power-Ranger als Puppen und im Fernsehen wechselten sich die Cowboys mit den Detektiven und Ermittlern ab. Immerhin waren auch die standesgemäß bewaffnet und so konnten Jungs und Mädchen wieder miteinander gegeneinander spielen. Denken wir an nur an die spätere Heroine Lara Croft, die erfolgreichste Ballerfigur aller Zeiten. Niemand dachte Böses, höchstens diejenigen, die nicht auf DDD-Körbchen standen.
Nun haben unsere Kinder andere Helden und Cowboys gibt es eigentlich kaum noch. Heute schaut man Anime und die Comichelden von heute sind Nahkampfexperten ohne Waffen. Rapper, Kickboxer und Menschen mit Wunderkräften sind die heutigen Vorbilder. Alle waffenlos, wie man unschwer bemerkt. Einzig Dolph Lundgren und Arnold Schwarzenegger, sowie einige andere Größen im alter der Eltern und Großeltern tragen noch Waffen in den Filmen, die ohnehin keiner mehr unter 15 schaut.
All das führte nach Ansicht unserer Politiker dazu, daß unsere Jugend gewaltbereit ist und verkommt. Die massive Gewalt würde mit Waffen ausgetragen und müßte unbedingt verhindert werden. Seltsam nur, daß die meisten Übergriffe keineswegs mit Pistolen oder Gewehren stattfinden, sondern mit Fäusten und Füßen.
Dennoch will der Bundesrat nun jegliche Spielzeuge verbieten, die mit Waffen verwechselt werden könnten. Weil damit ja immenser Mißbrauch getrieben würde. Unsere Kinder werden kriminalisiert, weil ihre Eltern damals mal Polizei oder Cowboy gespielt haben. Wer künftig also etwas bei sich trägt, das mit einer Waffe verwechselt werden könnte, macht sich in Zukunft strafbar. Deutschland wird also waffenfrei bis in die letzte Konsequenz. Oder sagen wir mal, Waffen und ihre Nachbildungen dürfen dann nur noch von Kriminellen und Polizisten getragen werden. Oder von Soldaten. Oder von Sportschützen. Oder auch von Leuten mit Waffenschein. Merkt Ihr was? Hat irgendeiner der anderen Erwachsenen jemals Ambitionen gezeigt, eine Spielzeugpistole mit sich herum zu schleppen, nur so zum Spaß?
Wer eine Bank überfallen will und dabei auf eine echte Wumme verzichten will, der nimmt eine Spielzeugpistole ist damit ebenso kriminell wie mit einer echten Knarre. Daran wird auch ein Verbot der Spielzeugpistolen nichts ändern. Ändern wird sich nur, daß künftig Kinder, die auf der Straße "päng päng" rufen, in den Knast kommen.
Was kommt als Nächstes? Verbot aller Fernsehfilme mit Waffengebrauch? Computerspiele sollen ja ohnehin bald verboten sein. Oder doch lieber gleich ein Verbot der Zeugung von Kindern? Als Prävention gegen spätere Gewalt!
Die Fahrtausweise bitte!
Ein Spruch, der regelmäßig alle Schwarzfahrer und auch viele normale Passagiere eines Busses zusammenzucken lässt.
So war es auch heute, als ich mit der 564 in Richtung Gevelsberg gondelte. Männlein und Weiblein stiegen schnell vorn in den Bus ein und sie stürmte schwungvoll sofort in Richtung Mitte und damit Ausgang. Dann erscholl obiger Ruf und ich zückte, in Anbetracht der regelmäßigen Abbuchung meine Monatskarte, das übetragbare Superticket.
Nun wurde dieser Ausweis in Scheckkartenformat im Dezember gegne die alte Chipkarte ausgetauscht und ich reichte die nagelneue und noch nie kontrollierte Karte der Dame in schwarzer Kleidung. Diese zückte ihr Handy, legte die Karte unter den Akku und es erschien auf dem Display "Karte nicht lesbar".
Und nun? war meine Frage. Die Kontrolleuse zuckte mit den Schultern und meinte trocken, da müssen Sie mal zur VER, die hatten da im August einen Softwarefehler.
Das war alles und ich fuhr sozusagen als halber Schwarzfahrer durch die Gegend. Also werde ich nachher mal zum Verkehrunternehmen fahren und das Ticket lesbar machen lassen. Wobei ich mich natürlich frage, warum niemand eine Endkontrolle macht, bevor die Tickets verschickt werden.
Erziehungscamps = Rückfall in die deutsche Vergangenheit
Auf den Punkt gebracht hat es DIESE Erklärung von Juristenverbänden und Experten.
Die Einrichtung von Erziehungscamps für Jugendliche gleicht den Internierungslagern im Dritten Reich. Vorbeugen statt Rauswerfen und Wegsperren wäre erheblich sinnvoller. Doch das widerspricht dem Gedanken an den Erlaß der gleichen Gesetze wie damals.
Alle Proteste der letzten Jahre gegen die Kürzung von über 50 Prozent der Mittel zur Betreuung von Jugendlichen und mehr verhallten ungehört. Herzlichen Dank, liebe Ministerinnen und Minister!
Mich ärgert dabei nur, daß unser dummes Volk die gleichen Pappnasen wieder wählen wird. Denn bis zur nächsten Wahl ist alles vergeben und vergessen.
Nachtrag, ich berichtige den letzten Satz: Es kommt mir so vor, als hätte jeder einzelne in diesem Volk politisches Alzheimer und weiß es nicht.


