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Mit Aufräumen ...
... das Leben aufräumen.
Ein Umzugskarton alter Papiere. Meine Güte, was da alles zu Tage kam.
Allerdings nicht nur Schlechtes.
Am 20.02.2012 bin ich schuldenfrei. Das habe ich ausgerechnet.
Viele liebe Worte aus den vergangenen Jahren habe ich gefunden.
Viele Erinnerungen.
Nicht alle schön.
Aber einige schon.
Viele Dinge konnte ich noch ins neue Buch einfügen. Aktueller Seitenstand ist nun 264. Das Ende naht, beschleunigt durch ebendiese Fundstücke. Ich wußte nicht einmal, dass ich noch soviel habe.
Aufräumen.
Donnerstag habe ich wieder Gesprächstermin. Thema ist Familie. Familie? Ich? 8O
Ich glaube, ich bin ...
... derzeit in Therapie. Nicht im negativen Sinne, sondern vollkommen positiv. Der eingeschaltete Betreuer meiner Tochter hat einen entsprechenden beruflichen Hintergrund und nutzt ihn auch.
Die wöchentliche Arbeit mit ihm macht Sinn, findet in gelockerter Gesprächssituation "unter Männern" statt und ist eine gemein harte Therapiearbeit. Ich gehe an die Grenzen meiner Öffnungsmöglichkeit und oft auch schon darüber hinaus.
Am Ende dieser wöchentlichen zwei Stunden fühle ich mich wie 24 Stunden Schwerstarbeit und weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Auch im positiven Sinne. Ich bin aufgewühlt, emotional am Chaospunkt angekommen und weiß, daß ich heute Nacht nacharbeiten werde. Um dann morgen früh völlig befreit zu sein.
Ich habe meist am Tag vor dem Gespräch noch Angst davor. Wenn der Moment gekommen ist, bleibt alles locker und es kommt alles in Fluß. Therapie eben. Ich nutze diese Chance für mich, für eine mögliche Wiederverbindung zu meinem Kinde und zu einer Klärung des "Warum" und "Woher".
Ich musste heute feststellen, daß meine Vergangenheit noch immer viel mehr Einfluß auf mein heutiges Leben hat, als ich dachte. Und ich musste ebenfalls erkennen, dass ich vermutlich noch immer nicht alle Lügen meiner Kindheit aufgedeckt habe. Das wird noch ein harter Brocken. Fast genau 10 Jahre nach der letzten Therapie.
Aber egal, ich will wieder viel mehr lachen können. Das ist der Anfang dazu.
Geduld
"Wer geduldig am Fluss wartet, wird die Leichen seiner Feinde vorbeitreiben sehen."
Afrikanisches, indianisches, chinesisches oder sonstwie Sprichwort
Hübscher Spruch. Und so wahr :mrgreen:
Egal wie ...
... ich werde heute am späten Nachmittag Bihunsuppe essen!
Anschließend bricht mir der Schweiß in rheinartigen Strömen aus den Poren und ich setze mich vor den Ventilator. Dann wird mir kühl.
Ich füge mich ins Unvermeidliche von Temperaturen, die ich nicht bestellt und auch nicht abgeholt habe. Die werden mir aufgedrängt. Wer war das?
Ich will Winter mit 12 Grad minus und Sonnenschein. Alternativ Sommer mit 22 Grad und blauem Himmel. Meinetwegen auch irgendeine Jahreszeit mit weniger als 20 Grad und blauem Himmel.
Niemals wurde ich für mehr als das geboren. Ich schwör´s.
Immerhin hilft meckern und stöhnen nichts, also durch durch die ganze Sache. Und wehe, mir erzählt jemand in drei Wochen, wir hätten keinen Sommer gehabt. Den lege ich glatt auf den nächstbesten Grill ....
Info
In Sachen Jugendamt waren bis heute die Fronten extrem verhärtet. Ich will jetzt nicht beschreiben, woran jemand haarscharf vorbeigeschrammt ist. Aber es hat sich mir heute ein Sozialarbeiter / Therapeut vorgestellt, von dem ich nach dem heutigen Gespräch den Eindruck habe, daß die ganze Sache jetzt in ruhigere Gewässer kommt.
Er betreut meine Tochter und es scheint alles Hand und Fuß zu haben, was da gearbeitet wird. Ganz sicher hatte ich dieses Gefühl bei der Erziehungsberatung auch und wurde mächtig enttäuscht. Doch Hoffnung darf ja immer wieder sein.
Zumindest weiß ich jetzt, daß es dem Kinde gut geht und auch meine Wünsche berücksichtigt werden. Und ich bin in meinem Rechten und Pflichten dahingehend entlastet, daß es möglich ist, über diesen Sozialarbeiter eben jene Pflichten auch zu erfüllen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht.
Wir werden sehen, was jetzt in den nächsten Monaten geschieht. Der Rückweg ist nicht einfach, aber auch nicht mehr unbedingtes Ziel. Das erleichtert die ganze Sache ungemein. Ebenso wie nun der Krieg mit mir verhindert werden soll.
Ich bin sehr sehr vorsichtig mit Euphorie. Sehr vorsichtig! Doch wer mich kennt, der weiß auch, daß ich viel zu viele Chancen gebe. Das hier ist die Letzte.


