Archiv
Du befindest Dich im Archiv für August 2007
Lieblingsvideos
Manche Menschen machen sich Gedanken über den Glauben. Und Menschen wie ich, die haben bei aller Ernsthaftigkeit dennoch auch in Sachen Glauben oft den Schalk im Nacken.
Beim hinter dem Link versteckten Video kann ich den Machern nur gratulieren. Sie haben wichtige Glaubensthemen in die Neuzeit versetzt, einen "Oldie" mit passendem Text dazu gegeben und eine gute Portion garstigen Humor.
1 Minute und 10 Sekunden, die Euch entweder die Röte des Zorns oder die Tränen des Lachens in die Augen treiben werden.
Jesus, the musical !
Bleibt locker *g*
Hochglanzpräsentation auf meine Kosten
Um es vorweg zu schicken, ich muß auch als HartzIV-Empfänger alles selbst bezahlen, was auch der "normale" Kassenpatient bezahlen muß. Es gibt da keine Ausnahme. Der Unterschied ist lediglich, daß man als HartzIVer dreimal überelgt, ob man lieber 2 Tage etwas zum Essen auf den Tisch stellt oder beim Arzt 10 Euro Praxisgebühr hinterlegt.
Da halte ich also heute die neuste Ausgabe des Hochglanz-Magazins meiner Krankenkasse in den Händen. 52 Seiten, wovon lediglich auf 8 Seiten kleinere und größere Werbung prangt. Der Rest ist Kranken ... pardon ... Gesundheitskassensache.
Das Magazin geht den Mitgliedern kostenlos ins Haus. Per Post als Postvertriebsstück. Meine Krankenkasse hat derzeit rund 17,8 Millionen Mitglieder bundesweit. Da viele Mitglieder in Familien leben, rechne ich mal ganz flapsig "nur" rund 5,9 Millionen Zeitungen pro zwei Monate. Denn das Magazin kommt ja nur alle zwei Monate in den Briefkasten geflattert.
Nun wissen wir nicht, was diese Zeitung im Druck kostet und welchen Mengenrabatt die einzelnen Zweigstellen meiner Krankenkasse bekommen. Doch es hat jede der 17 Regionalverwaltungen eine eigene Redation und demzufolge vielleicht ja sogar eine eigene Druckerei ihres Vertrauens. Ich habe da mal im Internet recherchiert und rechne dann mal wie folgt.
5,9 Millionen Zeitungen teilen sich auf 17 Regionalverwaltungen. Das macht statistisch pro Verwaltung 347.000 Exemplare. 52 Seiten hat jede Zeitung und die kosten im Internet bei einer günstige Druckerei knapp 680.000 Euronen.
Dazu zählen wir dann noch die Arbeitszeit von 2 hauptberuflichen Rechercheuren und Druckfertigmachern und dann kommen wir incl. Lohn und Nebenkosten mal eben auf eine schlappe Summe von jährlich um die 740.000 Euro pro Verwaltung. Die Post möchte dann auch gern noch etwas für die Zustellung haben, doch das vernachlässige ich jetzt mal.
Rechnen wir dann zurück auf die Bundesebene, ergeben sich jährliche Kosten in Höhe von nicht ganz 12,6 Millionen Euro. Das sind ja nur wenige Cent pro Mitglied, oder?
Oder wie wäre es, wenn diese 12,6 Millionen Euro nicht in ein Hochglanzmagazin gesteckt werden, sondern in die wirklich wichtigen Kanäle? Wenn nur 10 Prozent der Mitglieder vierteljährlich zum Arzt gehen und dann eben nicht diese 10 Euro abgeben müßten. Was würde das bewirken? Ich sage es Euch: Es würde am Vermögen der Gesundheitskasse nichts verändern. Doch das Image wäre erheblich besser gepflegt, als mit einem Hochglanzmagazin.
Doch solche Änderungen haben etwas mit Vernunft zu tun. Und wer in den Führungsetagen besitzt schon solche? Oder kann da jemand vielleicht sogar rechnen? Ich glaube kaum!
Zumindest sichere ich jetzt mit dem Hochglanzmagazin den Arbeitsplatz eines Mannes, der jeden Samstag mit einem LKW unten auf dem Parkplatz die Altpapiercontainer leert. Damit steigt der Wert des Heftes ....
Ich zitiere ...
... nun zwei junge Herren, die im Bahnhof Hagen neben mir auf der Bank saßen:
"Laß ma kuckn spasti, alda!"
"Nee mann, biste behindert?"
"Ey lass kuckn du mißgeburt!"
"Hier du Spast, mach aba nich kaputt"
"Fick dich!"
Das Ganze in rein freundschaftlichem Tone, wohlgemerkt. Und um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Die beiden Herren waren so um die 14, sauber und modern gekleidet und offensichtlich deutscher Nationalität.
Ich denke, vielleicht sollten wir mal allgemein über ein soziales Jahr anstelle Wehrdienst nachdenken. Das könnte die Sprache spätestens mit dem 18. Lebensjahr deutlich verändern. Und vielleicht die unserer Kinder.


