Warensicherungsetikett
Eines der Bekleidungshäuser, in dem ich meine Anziehsachen einkaufe, hat seine Jacken, Pullover und manchmal auch Hosen mit eingenähten Warensicherungsetiketten gegen Diebstahl gesichert. Mit diesen in die Kleidung genähten elektronischen Sicherungen soll verhindert werden, dass unbezahlte Ware das Haus verlässt.
Wenn es denn nicht mit schöner Regelmäßigkeit so wäre, dass die Alarmgeber am Ausgang piepsen, ohne das sich auch nur eine Mitarbeiterseele darum kümmert. Eigentlich soll nämlich die bezahlte Ware "entsichert" werden, damit es nicht piepst. So weit, so gut, denn oft genug lasse ich dann an einer Kasse nach dem Piepsen die Ware unter Vorlage des Kassenzettels erneut entsichern.
Dann jedoch tritt das ein, was jedem Kunden wohl sehr peinlich ist. Man geht, die neue Jacke stolz am Körper tragend, in einen Supermarkt einkaufen und nach dem Bezahlen gibt die Diebstahlswarnanlage hinter der Kasse oder am Ausgang sofort Alarm. Alles dreht sich um, denn ausgerechnet hier stürzt sich auch unweigerlich ein Ladendetektiv auf mich Unschuldigen. So sit das schon mehr als einmal geschehen.
Ich wurde nach hinten ins Büro geführt und mit einem Handscanner (selbstverständlich nach Prüfen und Ablegen der gekauften Ware mitsamt Kassenbon) untersucht. Das alarmverursachende Etikett war schnell gefunden. In der Innenseite der Innentasche ganz unten, da war das Mistding eingenäht. Mit einer Schere war dem Drama ein Ende bereitet. Kein Hinweis irgendwo deutete auf diese Warensicherung hin.
Und nichts weist den Kunden auf die schlichte Tatsache hin, dass sich diese Etiketten von allein wieder "scharf schalten", wenn sie bestimmte Warensicherungsanlagen passieren. Es kann also zu sehr seltsamen Begegnungen führen, wenn man bei "Charme & Anmut" seine Bekleidung kauft, um Tage später mit dem neuen Bekleidungsstück am Körper beim "Einmal drin, alles hin" die passenden Lebensmittel zu besorgen. Und merke, so eine Durchsuchung kann unheimliche Rendezvous mit Sicherheitskräften durchaus verhindern.
Irgendwie ist die Technik doch nicht ganz so fortschrittlich, wie man zu hoffen wünscht.
Liebe Ansager im Verkehrsstudio ...
... wie jedes Jahr im Winter fällt mir auf, dass ihr eine absolut falsche Wortwahl trefft, wenn ihr über die Staus und den stockenden Verkehr berichtet.
"Im gesamten Raum Nordrhein-Westfalen haben Eisglätte und Schnee viele Unfälle verursacht."
Das ist falsch! Denn die Unfälle haben dumme Autofahrer verursacht, die zu dämlich sind, ihre Fahrweise den gegebenen Witterungsbedingungen anzupassen. Schnee ist weder technisch noch biologisch in der Lage, Autofahrer zu Unfällen zu bewegen. Unfälle können nur durch die Autofahrer selbst oder durch andere Autofahrer verursacht werden. In jedem Falle sind Menschen dafür verantwortlich, dass sie viel zu leichtsinnig gefahren sind und damit einen Schaden verursacht haben.
Eure Wortwahl auf den Sommer umgeschrieben würde so lauten: "Im gesamten Raum Nordrhein-Westfalen haben Sonne und Temperaturen über 25 Grad im Schatten viele Unfälle verursacht." Na, merkt ihr etwas? Das ist dumm, nicht wahr?
Also schlage ich folgende Worte für die Zukunft vor: "Im gesamten Raum Nordrhein-Westfalen hat es bereits viele Unfälle durch nicht angepasstes Fahrverhalten gegeben. Bitte fahren Sie vorsichtig, langsam und vor allen Dingen mit viel mehr Abstand als sonst."
Viele Grüße vom täglichen Irrsinn auf der A 43,
euer Hörer Carsten Koch aus Schwelm
Reduzierte Fotografie
Ich habe mal eben gezählt, wie viele Fotos ich in welchem Jahr eingelagert habe. Daraus ergeben sich erstaunliche Einblicke in mein Fotografierverhalten. Begonnen habe ich mit der Digitalfotografie am 23.03.2002 und zu diesem Zeitpunkt beginnt auch meine Archivierung und Zählung.
Die Zahl der Bilder stellt sich also wie folgt dar.
2002 = 373
2003 = 462
2004 = 1.584 (Kamerawechsel)
2005 = 5.174
2006 = 6.404
2007 = 3.199
2008 = 2.070
2009 = 5.314 (Kamerawechsel)
2010 = 7.921
2011 = 5.412
2012 = 1.005
In einem Balkendiagramm sieht das so aus:

Ich erkenne daraus allerdings das wichtigste Merkmal. Immer wenn mir die Kamera auf den Keks geht, fotografiere ich weniger. :)
Und bevor jemand lange rechnen muss. Es sind zusammen 38.918 Bilder in 11 Jahren. Das macht pro Jahr im Durchschnitt 3.538 Bilder und damit im Tagesdurchschnitt nicht ganz ein Bild. Geht doch.
Sprachaufklärung
Aus der Reihe "Sprachirrtümer unserer Jugend" sei das Folgende erklärend niedergeschrieben:
Liebe Jugendliche,
eine "Slut" schläft mit Jedem.
Eine "Bitch" schläft mit Jedem, außer mit dir.
Mit ein bisschen Nachdenken lässt sich nun erklären, was du ausdrückst, wenn du ein Mädchen als "Bitch" bezeichnest. :)
Halbelegant
An manchen Tagen fühle ich mich so halbelegant durch den Tag schlendernd.

Ich erfinde Worte und spiele mit ihnen. Nur die abgebildete Taille stimmt mit meiner nicht mehr überein.
Wer kann sich erklären ...
... was "reversibel konkludentes Denken" zur Folge hat? :)
Wir hatten heute ein Problem, das nur auf diese Weise lösbar wurde. Welche Erklärung könnte man, wenn man den Klugscheißermodus abschaltet, einem normal denkenden Menschen geben, wenn diese Denkweise erklärt werden müsste?
Gestern ...
... gab es unerwartet eine plötzliche Personalversammlung im Betrieb. Die Regionalleitung hatte alle Mitarbeiter zusammengerufen, um uns etwas Wichtiges mitzuteilen. Natürlich wittert das Personal dann immer Unrat, keine Frage. Doch Thema war der unauffällig vor rund 14 Tagen beschlossene und gesetzlich verankerte Mindestlohn bei den Bildungsträgern.
Demnach ist seit 01.08.2012 Gesetz, dass pädagogische Mitarbeiter in Bildungseinrichtungen, die nicht ausschließlich mit REHA-Teilnehmern arbeiten, einen Bruttolohn von 12,60 Euro pro Stunde erhalten müssen. Das entspricht einem Brutto-Monatslohn von 2.129,40 €, gleichgültig ob ledig, verheiratet oder mit 10 Kindern gesegnet.
Denn über eines müssen wir uns klar sein, mehr wird es nun auch nicht mehr geben. Wobei Mitarbeiter wie ich, die minimal darüber liegen, einen Bestandsschutz haben, solange der Vertrag läuft. Für mich also bis August 2013. Allerdings haben viele Bildungsträger gegen das Gesetzt geklagt und damit eine aufschiebende Wirkung erzeugt. Die Klage richtet sich gegen den ihrer Meinung nach zu hohen Lohn und die Nichtberücksichtigung von unterschiedlichen Urlaubsansprüchen.
In diesem Zusammenhang möchte ich noch darauf hinweisen, dass pädagogische Mitarbeiter bei Bildungsträgern in den meisten Fällen Meister, langjährig Berufserfahrene mit Ausbildereignung und diplomierte Studierte sind. Setzen wir dann den Stundenlohn nach Meinung unserer Regierung dazu in Beziehung, wird deutlich, mit welcher Geringschätzung diese Damen und Herren das bewerten, wofür sie angeblich in diesem Lande kämpfen: Für Ausbildung und Bildung. Über die Unverschämtheit der Bildungsträger mag ich nicht mehr diskutieren.
Aufgrund der Ausschreibungsverfahren, mit denen die Maßnahmen der Arbeitsagenturen vergeben werden, sind Lohnkosten immer wieder ausschlaggebend für den Zuschlag. Es gewinnt in diesen Verfahren der Anbieter mit dem niedrigsten Preis. Die Agentur schreibt vor, wie viel Personal mit welcher Qualifikation eingesetzt werden muss. Ebenso werden die Raumausstattungen und die Anzahl der Räume vorgeschrieben. Bei den Mieten wird häufig aufgrund der vielen Leerstände nur noch ein Preis von einem Euro pro Quadratmeter an Kosten entstehen. Doch die Lohnkosten sind nun theoretisch zu einem festen Faktor geworden und führen dazu, dass Billiganbieter theoretisch nicht mehr durch Dumpinglöhne einen niedrigen Preis angeben können. Doch das ist nur ein schöner Gedanke. Denn jeder Bildungsträger kann auch mit einer Minuskalkulation unter Preis mitbieten, um die Maßnahme zu bekommen. Das könnte seine Begründung beispielsweise im Halten von Standorten, Vertreiben von Konkurrenten oder der Beantragung von Krediten finden. Gründe gibt es also viele, weiterhin Schmuh zu treiben.
Wie auch immer, ich bin entsetzt darüber, wie unsere Regierung wieder einmal heimlich und leise etwas durchgeboxt hat, was dem Mittelstand schadet. Unabhängig davon, dass nun auch solche Pädagogen aufatmen können, die bislang für 1.700 € brutto bei großen Bildungsträgern gearbeitet haben. Allein die Tatsache, dass unserer Regierung Meister und studierte Pädagogen nicht mehr Wert sind als 12,60 € die Stunde, ist beschämend. Wer will dann in ein paar Jahren noch diese Qualifikation erreichen?
Sicher, wenn auch die anderen Löhne auf 8,75 € festgelegt werden, haben wir ein einheitliches Niveau erreicht und können uns solidarisch zeigen und zufrieden sein. Allerdings vergisst unsere Regierung, dass sich die Mieten keineswegs auf das dann bezahlbare Niveau absenken. Der nächste konsequente Schritt müsste also ein Höchstpreis von 4,50 € pro Quadratmeter Wohnraum, ein Höchstpreis für Energie und ein Höchstpreis für Benzin sein. Ich befürchte allerdings, darauf können wir lange warten.
Auf jeden Fall können nun viele jung verheiratete Beschäftigte bei Bildungsträgern mit ihren Familien Hartz IV beantragen. Denn mit einem Netto von weniger als 1.400 € ist in großen Städten keine Familie mehr zu ernähren. Der Studiengang "Überleben nach dem Studium" wird sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen. Übrigens verdienen junge Lehrer an Berufsschulen auch nicht mehr so viel, wie zu meinen Ausbildungszeiten. Auch sie bewegen sich inzwischen als Beamte auf einem Niveau bei 2.800 € brutto. Die 3 am Anfang des Gehaltes zu erreichen, ist schon fast ein Glücksfall.
Von wegen, das war kein Sommer
Die dummen Menschen reden schon jetzt darüber, wie kurz und viiiiieeeel zu kalt der Sommer und viiiiiiieeeeel zu lang und schäbig der Winter war. Ich hingegen sehe an meiner heute empfangenen Strom- und Gasabrechnung, wie warm der winter und der Frühling mit anschließendem Sommer denn wirklich waren. Denn meinem körperlichen Wärmebedürfnis macht niemand etwas vor.
Ich habe nämlich laut Abrechnung mit einer ganzen Rate Rückerstattung zu rechnen und dabei habe ich die letzte Rate im Juli überhaupt nicht bezahlt. Somit habe ich 2/12 des üblichen Jahresbedarfs eingespart. Und da erzähle mir niemand etwas von kalt!
Bevor das nächste Mal über das wetter gemeckert wird, fragt mich doch einfach. Ich kann jedes Jahr im Juli sagen, wie es das Jahr über war. Ein Blick auf die Strom- und Heizkostenabrechnung reicht da völlig aus.
Das Wort
Kaum eine Sache ist missverständlicher als das geschriebene Wort. Es steckt voller Emotionen dessen, der sie liest. Dabei war es doch so oft mit anderen Gefühlen geschrieben, als es gelesen wird.
Mit anderen Worten: Wer falsch verstehen möchte, was du schreibst, wird nie verstehen, was du wirklich geschrieben hast.
Wordpress sperrt Kommentatoren aus
Leider kann ich in den unter Wordpress laufenden Blogs in meiner Blogliste nicht mehr kommentieren.
Mit dem letzten Wordpress-Update hat man das Kommentieren ohne Anmeldung über ein Wordpress-Konto, einen Twitter-Account oder ein Facebook-Konto zwar angeboten, aber tatsächlich nicht funktionierend gesetzt. Damit sind viele Kommentatoren, so auch ich dauerhaft ausgesperrt.
Da das Ganze jetzt schon eine Weile läuft, gehe ich davon aus, dass die meisten Wordpress-Nutzer überhaupt nicht wissen, was da installiert wurde. Vielleicht wundern sie sich höchstens darüber, dass weniger Kommentare eingehen.
Allerdings finde ich es unverantwortlich von den Entwicklern dieses CMS, dass sie sich solch einen Mist ausdenken. Das ist doch wahrhaftig fernab jeglicher Vernunft, oder? Ursache ist dafür übrigens mein Account bei Gravatar. Der ist wohl mit Wordpress aktuell nicht mehr vereinbar und wird vermutlich als Spamaccount behandelt. Wirr, echt wirr.







