Weniger Verkehrstote durch höhere Spritpreise

Von CeKa

Huch, wird jetzt der eine oder andere Leser denken. Spinnt der denn jetzt total?

Keineswegs, denn wenn ich einen Zusammenhang zwischen künftig sinkenden Zahlen an Verkehrstoten und den steigenden Benzinpreisen herstelle, dann beruht das auf meinen Beobachtungen der letzten Wochen.

Ich fahre werktäglich um die 100 Autobahnkilometer jeden Tag. Das kostet seit geraumer Zeit eine Unmenge an Benzin. Ich habe mich daher entschlossen, mein Tempo (ich berichtete) auf maximal 110 km/h zu senken. Das hat meinen durchschnittlichen Benzinverbrauch um 1,5 Liter pro 100 Kilometer gesenkt. Damit spare ich monatlich im Durchschnitt 33 Liter, also fast eine Tankfüllung, immerhin im Moment rund 57 Euro. Damit bin ich nicht allein, wie ich auf der Autobahn bemerke.

Denn mit meinen 110 km/h bin ich im fließenden Verkehr noch einer der "Haie", ich schwimme auf der schnelleren Fahrspur mit. Denn die rechte Spur hat sich seit mehreren Wochen zur Benzinsparer-Fahrspur gewandelt. Dort fährt man durchschnittlich 80 bis 90 km/h und bleibt weitgehend hinter den LKW in der Spur. Die Anzahl der Fahrzeuge auf der rechten Spur, die langsamer als 100 km/h fahren, hat sich in den letzten Wochen erheblich gesteigert.

Ebenso dramatisch ist die Zahl der Schnellfahrer, also Fahrzeuge mit mehr als 140 km/h, gesunken. Wenn die strecke frei ist, werde ich von erheblich weniger Fahrzeugen überholt, als noch vor einigen Monaten. Da es sich bei meinen Mitfahrern auf der Autobahn überwiegend um Pendler und beruflich eingespannte Fahrer handelt, ist deutlich, was die gestiegenen Spritpreise mit Autofahrern und kleinen Firmen machen. Man fährt sparsamer, um die immens hohen Kosten zu senken. Denn eines ist sicher, unsere Löhne steigen nicht mit den Benzinpreisen.

Der größte Vorteil, neben der Schonung unserer Umwelt, ist natürlich die simple Tatsache, dass vermutlich die Zahl der Unfälle deutlich zurückgehen wird. Denn es ist bewiesen, dass auf deutschen Autobahnen nahezu alle Unfälle mit PKW durch überhöhte Geschwindigkeit und geringen Abstand verursacht werden. Und damit haben wir diese zwei Faktoren mit der langsamen Fahrt auf den Autobahnen ausgeschaltet. Ich bin mir sicher, dass wir in unserer Statistik für das Jahr 2011 erheblich weniger Tote finden werden, wenn die Benzinpreise weiterhin so hoch sind oder noch steigen.

Somit wäre es, aus Sicht der Unfallverhütung, sicher sinnvoll, die Preise noch weiter zu erhöhen. Andererseits ist das Ende des Erträglichen im Grunde schon überschritten. Die Autoindustrie weigert sich seit Jahren, ein Auto mit weniger Verbrauchswerten auf den Markt zu bringen. Obwohl die Motoren und die Technik schon vorhanden sind. Ich vermute, die Lobby der Ölkonzerne ist einfach zu stark. Es wird also weiterhin neue Autos geben, die mit acht Litern und mehr durch die Ortschaften fahren müssen. Sparen können wir nur, indem wir den Verbrauch senken. Doch das wird die Konzerne dazu bringen, die Umsatzrückgänge durch Preiserhöhungen auszugleichen. Eine Spirale ohne Ende, die nur durch die sinkende Zahl der Verkehrstoten und die geschonte Umwelt ausgeglichen wird. Doch das hilft uns in der Haushaltskasse nicht weiter.

Was also tun?

Geschrieben von CeKa am 20.04.2012 um 20.15 Uhr in Reine Gefühlssache




Kommentar/e:

Heike Heike schrieb am 21.04.2012 um 08.19 Uhr:

Es gibt Menschen, Männer, die kaufen sich bewusst Autos, die 8 Liter und mehr verbrauchen. Des Spaßes wegen.
Zwei davon, bei mir auf der Arbeit, haben sich gerade so ein Spaßmobil zugelegt. Dieses Auto definiert sich über sein Aussehen, eine hohe PS Zahl und den damit verbundenen Verbrauch und die teuren Anschaffungskosten. Jedes Argument gegen ein solches Auto, zieht nicht. Da kann man nichts machen. Solche Menschen, Männer, wird es immer geben.






beats by dre beats by dre schrieb am 22.04.2012 um 13.36 Uhr:

ich kann es einfach nicht mehr erwarten!!!







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