Fake Work im Gesundheitswesen: Wie Svetoslav Markov und Humanika ineffiziente Prozesse neu denken

Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zählt zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Parallel dazu nehmen Bürokratie, Dokumentationsaufwand und wirtschaftlicher Druck weiter zu. Doch eine entscheidende Frage bleibt oft unbeantwortet: Wie viel der täglichen Belastung entsteht durch Tätigkeiten, die keinen echten Mehrwert für Pflegebedürftige schaffen?

Svetoslav Markov, Geschäftsführer der Humanika Unternehmensgruppe, richtet den Fokus genau auf dieses Problem. Unter dem Begriff „Fake Work“ beschreibt er Aufgaben und Prozesse, die Zeit binden, ohne die Versorgungsqualität zu verbessern oder Pflegekräfte spürbar zu entlasten.

Fake Work als unterschätzter Belastungsfaktor in der Pflege

In der Pflege und im Bereich Senior Living zeigt sich zunehmend, dass ineffiziente Abläufe strukturelle Auswirkungen haben. Wenn Fachkräfte einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit redundanter Dokumentation, Abstimmungsschleifen oder veralteten Routinen verbringen, fehlt diese Zeit für die direkte Betreuung.

Die Folgen sind deutlich: steigende Arbeitsbelastung, sinkende Zufriedenheit und langfristig eine Verschärfung des Fachkräftemangels. Fake Work wirkt dabei wie ein interner Verstärker bestehender Probleme.

Digitalisierung in der Pflege: Chance oder Risiko?

Die Digitalisierung wird häufig als Lösung für diese Herausforderungen gesehen. Neue Systeme und digitale Tools sollen Prozesse vereinfachen und Mitarbeitende entlasten. In der Praxis zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild.

Ohne Anpassung der zugrunde liegenden Abläufe besteht die Gefahr, dass bestehende Ineffizienzen lediglich digital abgebildet werden. Statt Entlastung entstehen zusätzliche Arbeitsschritte, parallele Systeme und neue Abstimmungsbedarfe. Aus analogen Problemen wird digitale Mehrarbeit.

Der entscheidende Faktor ist daher nicht die Technologie selbst, sondern die Frage, ob Prozesse tatsächlich verbessert werden.

Humanika: Prozesse vor Technik

Die Humanika Gruppe verfolgt einen klaren Ansatz: Nicht die Einführung neuer Systeme steht im Vordergrund, sondern die Wirksamkeit im Alltag. Digitalisierung respektive Technologie wird gezielt eingesetzt, um Abläufe zu vereinfachen und unnötige Tätigkeiten konsequent zu reduzieren.

Das bedeutet auch, bestehende Prozesse kritisch zu hinterfragen. Aufgaben, die keinen direkten Beitrag zur Versorgung leisten, werden identifiziert und – wo möglich – abgeschafft. Ziel ist es, Komplexität zu reduzieren und die Arbeit wieder stärker auf den Menschen auszurichten.

In der praktischen Umsetzung arbeitet Humanika dabei auch mit spezialisierten Digitalisierungspartnern zusammen. Entscheidend ist jedoch nicht die Technologie selbst, sondern die Fähigkeit, Prozesse so zu gestalten, dass sie im Alltag tatsächlich entlasten.

Ein System gilt erst dann als erfolgreich implementiert, wenn Pflegekräfte am Ende ihrer Schicht messbar mehr Zeit für die Bewohnerinnen und Bewohner haben.

Fokus auf wirksame Prozesse statt einseitiger Technikorientierung

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass eine einseitige Ausrichtung auf technische Lösungen nicht ausreicht. Entscheidend sind klar strukturierte, effiziente Abläufe, die den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtern.

Das bedeutet konkret: weniger Doppelstrukturen, weniger unnötige Dokumentation und weniger administrative Umwege. Gleichzeitig braucht es transparente Prozesse und klare Verantwortlichkeiten, die im Alltag nachvollziehbar sind.

Echte Entlastung entsteht nicht durch zusätzliche Systeme, sondern durch die konsequente Vereinfachung von Arbeitsabläufen.

Fachkräftemangel neu gedacht

Die Diskussion um Personalbedarf bleibt wichtig, greift jedoch zu kurz, wenn vorhandene Ressourcen ineffizient genutzt werden. Ein Teil der Lösung liegt darin, die bestehende Arbeitszeit sinnvoller einzusetzen.

Wenn es gelingt, Fake Work systematisch zu reduzieren, kann das vorhandene Personal seine Kompetenzen besser einbringen. Das steigert nicht nur die Effizienz, sondern auch die Attraktivität des Berufs.

Weniger Scheinarbeit, mehr Wirkung

Die Auseinandersetzung mit Fake Work eröffnet eine neue Perspektive auf die Herausforderungen im Gesundheitswesen. Sie zeigt, dass Entlastung nicht allein durch zusätzliche Ressourcen entsteht, sondern vor allem durch bessere Strukturen.

Svetoslav Markov und Humanika setzen hier an, indem sie Prozesse konsequent hinterfragen und Digitalisierung als Werkzeug zur Vereinfachung nutzen. Das Ziel ist klar: mehr Zeit für die direkte Arbeit mit den Menschen und eine nachhaltige Entlastung der Pflegekräfte.

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